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Email von Herr P.

Folgend eine wahre Geschichte, die ich nach Absprache veröffentlichen darf. Dies befand sich in der Inbox eines Arbeitskollegen von Eve:

Lieber P,

ich darf mich kurz vorstellen – mein Name ist P. ich bin in Tirol geboren und ich lebe und studiere (Biologie) seit einigen Jahren in Innsbruck. Nun fragst du dich sicher warum ich dir schreibe? Nun ja dafür muss ich jetzt ein bißchen weiter ausholen, aber die Geschichte ist schon ziemlich verrückt, sie beginnt so: Ende des Sommers habe ich als Tutor zusammen mit meinem Professor einen eintägigen Kurs auf der limnologischen Hochgebirgsstation Gossenköllesee in den Stubaier Alpen mit angeleitet. Im Laufe dieses Kurses ist (mir bzw. uns) dann irgendwo am Berg ein Echolot-Tiefenmessgerät verloren gegangen. Nachdem wir uns sicher waren, dass das Teil wohl wirklich am Berg liegen geblieben sein muss, kein Student das Teil eingesteckt hat und es auch in keiner Schublade oder Ecke unseres Chaoslabors verschwunden war, machte ich mich wenige Wochen später, an einem schönen Tag im Frühherbst, nochmals an den Aufstieg zur Hochgebirgsstation Gossenköllesee. Normalerweise führt der Weg dorthin einer Schotterstraße entlang durch das Skigebiet Küthai und dann über einen kleinen Steig hinauf zum Hochgebirgssee. Vielleicht hast du jetzt beim Stichwort Küthai ja schon eine kleine Vorahnung um was es geht. Jedenfalls nahm ich an diesem Tag die Diretissima-Variante, gerade rauf über die Skipiste und hielt fleissig Ausschau nach dem verlorenen Echolotgerät. Als ich dann an einem kleinen vertrockneten Bächlsein vorbeikam und meinen Blick eher zufällig nach unten richtete, lag da plötzlich ein nasses, verdrecktes, schwarzes Ding vor mir. Ich hob es auf und schnell stellte sich heraus, dass es sich bei dem Teil um ein Smartphone handelte. Obwohl das Teil ziemlich lädiert und auch ein wenig zerkratzt aussah, steckte ich es ein, um später unten im Tal nochmals einen Blick drauf zu werfen. Die Suche nach dem Echolotgerät, der eigentliche Grund für meinen Ausflug, war dann nach einigen Stunden Suchaktion am See leider erfolglos, was wie ich befürchtete einiges an Schelte von meinem Prof einbringen würde (später im Tal wars dann glücklicherweise doch nicht ganz so schlimm, aber das Teil kostete immerhin ein paar hundert Euro). Bei meiner Rückkehr ins Tal war ich mir fast sicher, dass das Smartphone komplett hinüber sein musste, alleine vom optischen Zustand, steckte es versuchsweise jedoch erstmal über Nacht in den Trockenschrank bei 45°C in unserem Labor. Ohne viel Hoffnung steckte ich das Teil dann ein paar Tage darauf mit dem iPod Kabel meines Mitbewohners an meinen PC an, und zu meiner großen Überraschung, leuchtete das Display tatsächlich auf, zeigte jedoch nur schwarz. Nach ungefähr 12 h erschien dann aber doch ein Batterieladezeichen und wenig später konnte ich das Ding sogar anschalten. Durch wildes herumgezappe und mit Hilfe von iPhone besitzenden Freunden bin ich dann an deine Kontaktdaten gekommen. Um ehrlich zu sein: bin ich dabei einerseits über deine Musik (sehr feine Auswahl!) und deine Winterurlaubsfotos gestolpert, was mir dann auch half, mir die gesamte Leidensgeschichte deines Telefons zusammen zu reimen: scheinbar musst du das Teil wirklich beim Skifahren im Küthai verloren haben und ich habs dann 7 volle Monate (!) später wiederentdeckt und das Beste bzw. Verrückteste: Das Teil funktioniert auch noch!!! Nun ja, da ich in letzter Zeit ziemlich beschäftigt war (Endphase meiner Master thesis) ist die die Angelegenheit in den letzten Wochen fast ein bißchen in Vergessenheit geraten. Anfangs habe ich mir als Noch-nicht-Smartphonebesitzer kurzzeitig auch überlegt das Teil einfach zu behalten, da du ja wahrscheinlich eh schon ein Neues beitzt. Aber: Ehrlichkeit währt ja bekanntlich am längsten und meine gute Kinderstube hat mich dann doch dazu bewogen dich zu kontaktieren, einfach um mit dir diese verrückte Story zu teilen und was du dazu zu sagen hast. Mich würd ja auch interessieren was Apple eine solche Geschichte wert ist – da soll noch mal einer über die Qualität von Appleprodukten lästern . Freue mich über eine Antwort!

Liebe Grüße aus Innsbruck

Und: Herr P. darf das iPhone behalten.

2 Kommentare

  1. Krasse Story. Wirklich sehr geil. Das gibt dann heute mal ein Pluspunkt für Apple-Prdukte.

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