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In eigener Sache

11 Jahre später

Es war eine gute Idee, diese Domain nicht zu kündigen. Was vor 11 Jahren mit besterblogdesjahres.de startete und später mit bazomg.de weitergeführt wurde, zählt unterm Strich 412 Beiträge und 565 Kommentare. Man kann behaupten, der Blog hat die besten Zeiten hinter sich. Oder?

Im Juli 2019 habe ich den letzten Beitrag veröffentlicht. Das ist der Einzige, der überlebt hat. Alle anderen wurden entsorgt.* Unter den restlichen 411 Beiträgen war ordentlich peinliches, unsinniges, austauschbares und schlichtweg irrelevantes dabei. Und trotzdem muss ich zugeben, dass ich, während ich alle Beiträge auf privat gestellt habe, immer wieder über einen Text gestolpert bin, den ich gelesen habe. Für interessant befand ich in der Regel Beiträge, die Geschichten und Gedanken aus dem Alltag erzählten. Genau das, was mich an anderen Blogs immer interessiert hatte.

Ich wundere mich im Nachhinein schon, dass es früher tatsächlich Menschen gab, die fast täglich kommentiert haben und mit denen ich mich unterhalten haben. Aber irgendwie war die Zeit auch anders. So habe ich zumindest das Gefühl.

Doch, war sie das wirklich? Sind es heute wirklich andere Zeiten oder habe ich mich einfach selbst verändert und weiterentwickelt? Ertrage ich aus diesem Grund meinen alten Kram nicht, den ich damals in das Internet geblasen und somit kostbaren Traffic verschwendet habe? Ich weiß nicht an was es liegt. Ob sich meine Prioritäten verschoben haben oder ob mein Nutzerverhältnis ein ganz anderes ist als früher. Doch wenn ich an die Zeit zurückdenke, mache ich das mit einem melancholisches Gefühl. Damals, als ich abends von der Arbeit nach Hause gekommen bin und in Ruhe die neuen Blogeinträge aus dem RSS Feed nachgelesen habe. In meiner ersten, eigenen Wohnung. Und das ist, wie gesagt, schon 11 Jahre her.

In den letzten Tagen kam der Gedanke an die alte Zeit immer wieder zurück und ich dachte mir: Warum diesem Gefühl nur hinterhertrauern und nicht etwas tun, damit es zumindest ein bisschen wieder so ist wie früher? Im schlimmsten Fall sind es verblendete Nostalgie-Gedanken.

Viele Blogs von früher™ sind tatsächlich verschwunden, aber einige gibt es noch, wie ich erfeut festgestellt habe. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich nicht jeder von euch daran erinnert, hier früher kommentiert zu haben – Ich schaue auf euch kiezkind.net, lieblingsblog.net, davesbuch.de, zeugsundgedoens.de, captainsumi.de, tamasgal.com, phoenixstudios.de, nico.is, dieankleider.de, yayayay.org (…) – Aber ich erinnere mich noch daran.** Ganz witzig dabei zu beobachten ist, dass viele der Blog ebenfalls den ein oder anderen Neustart hinter sich haben und der neuste Beitrag wieder einige Zeit her ist. Trotzdem ganz schön zu sehen, dass sie noch da sind.

Ich für meinen Teil werde nun alle Blogs, an die ich glaube mich zu erinnern, in meinen Feedly-Feed hauen. Sicher finde ich neue Blogs, neue Geschichten und neue Menschen. Darauf freue ich mich. Vielleicht aber auch werde ich enttäuscht sein, da es diese Blog-Kultur gar nicht mehr gibt und in einer Zeit von Tweets und kurze Instagram-Stories kaum bestehen kann.

Ganz egal in welche Richtung es gehen wird: Ich bin gespannt.

Wir lesen uns.

*Auf privat gestellt.
**Und kann die alten Kommentare einsehen.

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MINIMALISMUS MIT DOXIE

Minimalismus hier, Minimalismus da. Man kommt kaum mehr an diesem Thema vorbei, wenn man sich länger als fünf Minuten im Internet aufhält. Es wird maximal über Minimalismus berichtet, es werden Tipps gegeben, Artikel geschrieben und Videos gedreht.

Bisher tangierte mich das Thema nicht sonderlich, doch heute möchte ich euch etwas über minimalisierten Papierkram erzählen.

Einleitung

In den letzten Monaten hatte ich zunehmend das Gefühl, sehr eingeengt in meiner Wohnung zu leben. Etwas mehr als 8 Jahre wohne ich nun in der selben Butze und in der Zeit kamen immer mehr und mehr Gegenstände in den Haushalt. Technik, Bücher, Zeitschriften oder Möbel. Alte Möbel wurden natürlich durch die neuen ersetzt, viele Gegenstände jedoch kamen zu den alten hinzu. Der Wohnraum erweiterte sich in der selben Zeit selbstverständlich nicht.

Also fasste ich den Entschluss zu entrümpeln. So nannte man das früher. Im gewissen Sinne wollte ich mehr Minimalismus in meinem Leben, also die Dinge um ein Vielfaches reduzieren. Jedoch nicht um in ein Extrem zu geraten. Ich fing damit an alle alten Zeitschriften, von denen man sich immer sicher war, den einen Artikel mal wieder zu lesen, wegzuwerfen. 70% aller Bücher wanderten ebenfalls auf den Müll oder wurden zur kostenlose Mitnahme vor die Türe gestellt. Veraltete Technik fand ihren Weg auf den Wertstoffhof oder wurde und wird immer noch auf eBay verkauft. Kleidung wurde gespendet oder weggeworfen.

So geht das nun ungefähr drei Monate. Obwohl in der Summe recht viele Dinge die Wohnung verlassen haben, fühlt es sich immer noch nicht fertig an. Die Reise wird also noch eine kleine Weile weitergehen.